Es gibt Schlimmeres als dies

Eine Frage des Geschmacks.

June 14, 2010 at 12:22pm
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Die Stadt taktiert, das Kuratorium marschiert!

“Professor Nagler, ich muss ihnen widersprechen: Wenn das Thema “Experimentelles Karree” auf September verschoben wird, ist das sinnlos, weil es dann nichts mehr zu besprechen gibt. Dann ist es weg.”

Dies war ein Novum, die vermutlich erste Wortmeldung eines nicht geladenen Gastes während einer Sitzung des “Kuratorium Stadtgestaltung”. Interveniert hatte der Vorsitzende des Exka e.V., Markus Börner. Mit ihm waren 25 weitere Gäste des ExKa-Umfeldes anwesend, nachdem - oder trotz dessen - das Thema “Experimentelles Karree” wider Erwarten nicht auf der Tagesordnung stand.

Der Kuratoriums-Vorsitzende berief sich daraufhin auf die Geschäftsordnung “und die Geschäftsordnung [des Kuratoriums] besagt, dass die Tagesordnung nicht durch das Kuratorium selbst festgelegt wird.” Zuständig ist der Planungs- und Umweltausschuss, dessen Vorsitzende Baubürgermeisterin Petra Wesseler ist. Sie erklärte am Anfang der Sitzung, dass mit der Podiumsdiskussion “Wie weiter mit dem Experimentellen Karree?” im Schauspielhaus am vergangenen Donnerstag alles besprochen worden sei. Ein dringender Handlungsbedarf besteht also nicht, glaubt man der Stadtverwaltung. Mit dem Angebot eines Hauses auf der Leipziger Straße scheint die Diskussion zu Ende zu sein, unabhängig davon ob dieses Angebot vom Exka angenommen wird (was eher unwahrscheinlich ist). Ein wichtiger Punkt bleibt außerdem unbeachtet - so auch ein Vorwurf zum Podium auf der “Großen Bühne”: mangelndes Vertrauen in die Stadtverwaltung. Mit der Entscheidung für eine Agenda des Kuratoriums ohne Exka ist dieses nicht gewachsen. Die jungen Leute jedenfalls verlassen daraufhin die Sitzung.

Die Aufgabe des Kuratoriums wurde am Freitag deutlich: Es ist das Feigenblatt der Blöße der Stadt(verwaltung) und im Speziellen von Frau Wesseler. Wenn Prof. Nagler erklärt, dass das Kuratorium jetzt in einem Stadium angelangt sei, in dem es bei der Stadt Gehör findet, und er dies nicht gefährden könne, indem er sich über die Geschäftsordnung hinwegsetze, so führt er die eigentliche Aufgabe ad absurdum: Der Blick von außen auf relevante Themen der Stadtgestaltung. Im Verständnis der Stadt und nun anscheinend auch des Kuratoriums heißt das: Externe Experten sollen die Stadt beraten - aber bitte nur dort wo es nicht weh tut und nicht schon andere Pläne bestehen. Die Stadt ruft zum Appell und das Kuratorium steht stramm. Kuratorium, rechts um! Im Gleichschritt Marsch!

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